Rote Vogelmilbe ...

Vogelmilbe starker Befall
Vogelmilbe starker Befall

Das Schlimmste, was passieren kann, ist jedoch wenn der ganze Geflügelstamm betroffen ist. Wenn zum Beispiel und das immer meistens im Hochsommer durch Wildvögel die rote Vogelmilbe in den Stall geschleppt wird. Dann ist "Feuer am Dach", weil die bekommt man auch nicht mehr so leicht weg. Viele Hühnerhalter fangen dann an, Gift zu spritzen. Das ist aber auch nicht das Richtige, weil man möchte ja von den Haltungbedingungen der großen Masse weg! Sonst könnte man ja gleich seine Hühnereier im Lebensmittelhandel kaufen. Was also tun?

 

  1. Wie sieht ein Befall aus?
  2. Was passiert bei einem Befall?
  3. Wie kann man dagegen vorgehen, vorbeugend oder nachhaltig bei Auftreten?
  4. Was hilft und ist rein biologisch?
  5. Und wenn das schon zu spät ist?
  1. Der Befall der Roten Vogelmilbe kann man am besten erkennen, weil im Stall auf den Wänden ein klein winziger grauer Belag (wie Staub) zu sehen ist. Das ist der Kot, den die Milben hinterlassen. In dunklen Ecken, wenn man Nester wegnimmt oder Stangen hochhebt, sitzen kleine braune oder rote Milben darunter. Die beste Möglichkeit die Milben zu entdecken - und auch die einfachste ist, wenn man ein Doppelklebeband zu Beginn und zu Ende (also links und rechts der Stange) aufklebt, weil wenn die Tierchen in der Nacht zu den Hühnern laufen, bleiben sie dort kleben. Am nächsten Tag sieht man dann die Bescherung, weil das Klebeband nicht mehr "leer" ist
  2. Bei einem Befall sitzen die roten Vogelmilben am Tag in dunklen Ecken oder in Ritzen, am Abend bzw. eine bis zwei Stunden mitten in der Nach kommen sie hervor, befallen die Hühner, saugen Blut und verkriechen sich wieder. Bei besonders starken Befall kann das soweit gehen, dass die Hühner dann blutleer sind und sterben. Die Milben vermehren sich aber rasant, weil aus jeder weiblichen Milbe jede Menge Milben in verschiederen Stadien schlüpfen und es immer mehr Parasiten im Stall werden.
  3. Weitere Informationen finden Sie in einer Dokumentation von Heinz Strahl als PDF-Datei unter: Klick>
  4. Beim ersten Entdecken ist sofort zu handeln!
  5. Es gibt verschiederne Mittel die man anwenden kann, bevor GIFT zum Einsatz kommt. Hier zählt zum Beispiel Silikatstaub, den man im Stall an den Sitzstangen, in die Nester und an den Wänden anbringen und versprühnen kann. Der Silikatstaub, auch Kieselgur genannt, hat an sich winzige Häkchen, die der Milbe zusetzt und diese dadurch verendet. Dieser Silikatstaub ist jedoch auch für den Menschen nicht unbedenklich, deshalb bitte beim Ausbringen eine Atemschutzmaske aufsetzen!
  6. Es gibt auch Raubmilben die man einsetzen kann. Eine Raubmilbe vernichtet in einer Nacht etliche rote Milben in dem sie sich dadurch ernährt. Wenn es keine rote Milbe mehr zu fressen gibt, und man die Behälter der Raubmilbe austrocknen lässt, verendet die Raubmilbe ganz von selbst. Rund 5.000 Stück Raubmilben kosten mit Versand ca. 20,- Euro für Stallgröße 5 m². Wo man die Raubmilbe bestellen kann, gibt es hier den Link zum Unternehmen (4.Eintrag von oben): Klick>
  7. Rein biologisch vorbeugen kann man über sogenannte "Steigen" oder Wannen beim Hühnereingang, wo jedes Tier zuerst in diesen Staub steigt, wenn es beim Stall hinein geht. Auch selbst kann man in diese Wanne steigen, um nur ja nichts hineinzutragen.
  8. Vorbeugen kann man auch, indem man glatte Wände schafft. In Holzställen ist das Anbringen von OSB-Platten sinnvoll. Ritzen bitte mit Silikon schließen.
  9. Wenn bereits Todesfälle aufgetreten sind, am Besten die Tiere in einen neuen Stall unterbringen.
     

Hitze, Gewitter & Co

Hühnerstallfenster
Hühnerstallfenster

Die warmen, lauen Sommer sind meinstens für die Hühner recht gut zu ertragen. Erdrückender ist es jedoch, wenn es richtig heiß ist. Manche Ställe stehen auch zum Teil je nach Tageszeit in der Sonne, der Ausgang sollte auch idealerweise nach Süden zeigen; schon aufgrund dessen wird jeder Stall irgendwann besonnt. Idealerweise ist es, wenn man im Sommer ein zu öffnendes Gitterfenster hat, welches in der Dämmerung oder selbst in der Nacht offen bleiben kann. Bitte beachten Sie, dass das Gitter auch wirklich fest ist, weil sich Raubtiere, auch Marder durchbeissen können, wenn "fette" Beute lockt.

Hühner ertragen Kälte besser als Hitze.

Die Hitze und auch zum Teil kombiniert mit Feuchte (Bach oder zwischenzeitlich Sommergewitter) bringt auch manche Gefahren mit sich, die man in der ersten Zeit vielleicht nicht so wahrnimmt.

 

Die starken Sommergewitter sind zumeist für Küken oder Jungtiere nicht erkennbar, aber auch erwachsene Tiere bleiben oft unter den Büschen sitzen. Wenn das Gewitter, das bereits am Nachmittag begonnen hat und die Umgebung in diffuses Licht getaucht hat, bis zum Abend andauert, bleiben die Tiere unter den Büschen sitzen und gehen nicht in den Stall, weil sie immer noch patschnass sind. Zumeist ist die Gefahr, dass sie als Fuchs- oder Marder-Futter enden.

 

Küken erkälten sich im Regen, erfrieren oder ertrinken, weil sie die Gefahr noch nicht erkennen können. Auch selbst, wenn die Glucke bei ihnen ist, denn diese bleibt (ausgenommen Rasse Zwergseidenhühner) im Regen sitzen.

Artikel am 20.6.14 verfasst und online freigeschaltet.