Kokzidien und Clostridien

Da das Thema so umfangreich ist, gehe ich auf Clostridien im Jänner nochmals ein. Meine Tierärztin sagte, wenn es keine Kokzidien sind, dann sind es immer Clostridien. Daher ist eine Beschreibung desssen so Wichtig!

 

Kokzidien sind Einzeller, die in der Darmwand des Huhns leben und sich dort vermehren. Sie befallen die Zellen der Darmschleimhaut und zerstören diese. Dadurch kommt es zu Entzündungen, Fieber und blutigem Durchfall. Kokzidien werden von den befallenen Tieren mit dem Kot ausgeschieden und durch die Aufnahme über den Schnabel (Futter) können andere Tiere sich anstecken.

 

Küken und Junghühner stecken sich über den Kot bzw. durch die vorhandenen Kokzidien in der Erde an, da diese bei einer Freilandhaltung permanent vorhanden sind. Da auch Wildvögel Kokzidien haben und verbreiten, ist es bei einer Haltungsweise im Freien völlig normal, dass kleine Mengen von Kokzidien immer vorhanden sind. Erwachsene Hühner sind gegen kleine Mengen Kokzidien im Darm immun, auch eine Impfung gegen Kokzidien versacht nichts anderes, als dass man bereits den Tagenküken Stämme von Kokzidien künstlich verabreicht, um sie dageben immun zu machen. Die Frage ist, ob es natürlicher ist, wenn die Küken von den Elterntieren mit den bereits vorhanden Kokzidienstämmen immun gemacht werden oder über ein künstliches Impfen. Es gibt insgesamt 9 Virenstämme, wogegen nur 6 für Entzündungen und Krankheiten verantwortlich sind.

 

Damit Kokzidien nicht überhand nehmen, gibt es ein sehr effektives und einfaches Mittel: Ins Trinkwasser kommt täglich ein frischer Schuss Apfelessig hinzu. Dabei gibt man ca. 1 EL auf einen Liter Wasser. Bei Küken ist es nur 1 TL auf einen Liter Trinkwasser.

 

Krankheitsbilder bei überhandnehmenden Kokzidosen-Vorfällen sind:

 

Die Hühner haben einen wässrig-schleimigen, manchmal blutigen Durchfall, meist stehen mehrere Tiere in einer Ecke zusammen und beteiligen sich weniger am gemeinsamen Fressen. Hier hilft auch keine Entwurmungs-Behandlung! Bei älteren Tieren verläuft die Infektion weniger ausgeprägt aus, kann sich aber durch Appetitlosigkeit, Abmagerung und Schwäche zeigen. Die Sterberate liegt im Durchschnitt bei rd. 30%, bedingt durch den Flüssigkeitsverlust den der Durchfall mit sich bringt.

 

Ein geflügelfachkundiger Tierarzt stellt die Diagnose über Kotproben (Sammelkot der gesamten Gruppe) und gibt entsprechende Prophylaxe, wie zum Beispiel Baycox für das Trinkwasser. Nach dieser Gabe treten folgende Wartezeiten auf: Fürs Fleisch 14 Tage, für Eier 28 Tage.

 


 

Anmerkung: Diese Wartezeiten sind nur für private Hühnerhalter einzuhalten. Große Geflügel- bzw. Eierfabrikanten der allgemeinen Lebensmittelindustrie, auch in biologischer Haltungsweise, sind bei Prüfung im Labor immer Rückstände von Antibiotika zu finden. Nachweislich gibt es Antibiotika-Rückstände im Fleisch bei Bio-Rind- oder Schweinefleisch, sowie im Geflügel (Huhn, Pute, Gans) , als auch bei Eiern. Antibiotika-Resistenzen nehmen demnach auch beim Menschen immer mehr zu.

 

Dies ist ein Grund mehr, selber Hühner zu halten!

 

 

 

 

Weitere Informaitionen zu Kokzidose finden Sie auch in diesem Artikel, einem uns nicht persönlich bekannten Halter von Kampfhühnern recht gut geschrieben Klick>