Die Glucke kümmert sich selbst ...
Die Glucke kümmert sich selbst ...

Warum Naturbrut? Bei reiner Naturbrut kümmert sich die Henne selbst um die Brut. D.h. sie sorgt für den richtige Brutzeit, Brutintervall, sie gleicht Temperaturen aus und reduziert die Sterberate dadurch auf ein Minimum.

 

Sie kümmert sich optimal um die Küken, nachdem diese geschlüft sind. Sie zeigt ihnen eindeutig (mit eindeutigen Lockgeräuschen) und picken, wo das Futter ist und was sie fressen sollen. Jedes Küken lernt bei ihr in einer relativ kurzen Zeit, was ein baldiges Junghuhn wissen muss. Wie es zum Futter kommt (durch Scharren), was fressbar ist - Würmer, Käfer, wie man einen leckeren Regenwurm aus der Erde zieht oder wie man Gelsen aus der Luft fängt. Wer Hühner aus Naturbrut hat, hat auch bald keine Schnecken mehr im Gras. Heuhüpfer auch nicht, aber diese können jenseits des Auslaufes/Zauns immer noch ihr Unwesen treiben. Schlichtwegs bekommt ein Küken aus Naturbrut viel Zuwendung, in Form von Lektionen von der Glucke (Mutterhenne), Hackordnung, Körperpflege sowie soziales Wohlbefinden und Ausgleich. Es bekommt auch ausgibige Kuscheleinheiten. Ein Huhn aus Naturbrut ist sicherlich nicht "gestört".

© Brahmahuhn.jimdo.com
© Brahmahuhn.jimdo.com

Vorteile Naturbrut: Ein Küken aus Naturbrut kommt nur dann auf die Welt, wenn die klimatischen Bedinungen auf Abwiegen und Erfahrung der Mutterhenne es zulässt. D.h Naturbruten gibt es schwer im Dezember oder im Jänner (mit Schlupf in diesen Monaten). Manche Hennen fangen an im Februar zu brüten, dass kann auch auch daneben gehen, wenn es im April noch schneit.

 

Küken aus Naturbrut werden nach dem Schlupf von der Glucke unter ihrem Gefieder gewärmt; in Kunstbrut geht das nur unter einer Wärmelampe. Es kann vom Organismus des Kükens kein rein natürliches Vitamin D (für Knochen) aufgebaut werden, weil ein Kunst-Kükenschlupf zumeist von Züchtern bereits im Dezember/Jänner/Februar auf die Welt kommt. Da steht bei uns die Sonne noch viel zu niedrig, und es gibt viel zu wenige Sonnenstunden. 

 

Küken aus Kunstbrut bekommen Vitamin D-Zusatz übers Wasser, damit ihre Knochen stark genug werden sollen. Näheres dazu siehe Rubrik "Warum ohne künstliche Vitamine?"

Imagebild Zeit
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Um Küken aus Kunstbrut muss man sich auch viel mehr kümmern. Haben Sie soviel Zeit, dass sie die Mutterhenne in der Zeit von Füttern, Kuscheln, Fliegen- und Regenwürmerfangen, im Sand baden, und der Anleitung für die Hackordnung, entsprechend unterstützen können?

 

Kunstbrut - Sterberate: Eine Freundin hat von mir meinen Brutapparat gekauft. Dieser kann 25 Eier ausbrüten. Von den Eiern die sie eingelegt hat, sind 6 Küken letztendlich geschlüpft. Der Rest hat es nicht geschafft oder war überhaupt unbefruchtet. D.h. bei der Kunstbrut kann es eine Sterberate von bis zu 3/4 der Brut geben, auch wenn die Brutbedingungen passen würden - laut Maschine. 

 

Naturbrut - Sterberate: Zuletzt bei ungünstigen Brutbedingungen hatte ich eine Kükensterberate von rd. 30%. Diese lag zum Teil an der großen Hitze, die die Henne beim besten Willen nicht ausgleichen kann - auch durch fehlende Luftfeuchtigkeit (trockene Hitze). Man soll die Eier mit der Blumenspritze anfeuchten, und das bitte erst, ab dem 18. Bruttag (!!). Dann kann das Küken gut aus der Schale. Man kann auch 2-3 x pro Tag das Ei unter der Glucke anfeuchten. Die Sterberate kann aber auch vom Brutmaterial abhängen. Dieses kann z.B. auch vorkommen, wenn eine hohe Inzuchtrate vorhanden ist (manche Rassen).

 

Naturbrut ... Natur eben.
Naturbrut ... Natur eben.

Einmal Naturbrut immer Naturbrut? Ja! Eine Henne aus Naturbrut ist sie durch ihre gute Kinderstube vorprogrammiert, dass auch sie selbst brüten wird. Sie können ihrer Henne auch die Eier unterlegen, die sie z.B. durch Tauschen erhalten und immer wieder auch andere Rassen nachbrüten.

 

D.h. durch ein Huhn, dass aus Naturbrut stammt, sie sind unabhängig von großen Geflügelproduzenten, die nur Hühner züchten, deren Legetrieb bereits abgezüchtet wurde. Damit sie bei diesen Produzenten immer wieder Hühner nachkaufen müssen. 


Mitunter gibt es auch immer wieder Rassen (Rassehühner) die keinen Bruttrieb haben sollten, aber einzelne Exemplare immer wieder brüten. Wie zum Beispiel eine Sulmtaler-Henne. Sulmtaler haben keinen ausgeprägten Bruttrieb, es gibt aber immer wieder Hennen dieser Sorte, die gut brüten und sich auch gut um die Küken kümmern. Manche Hennen brüten nur gut, lassen die Küken dann aber frühzeitig im Stich. Darauf ist zu achten.